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Deutsch-Kurzhaar . Der vielseitige Jagdgebrauchshund . edel . zuverlässig . pflegeleicht

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F.C.I. STANDARD Nr. 119/D                                                                                                       Stand 29.11.2000

DEUTSCH KURZHAAR

DEUTSCH-KURZHAAR - Rüde

Ursprung: Deutschland
Datum der Publikation des Orginalstandards:      25.10.2000
Verwendung: Vielseitig einsetzbarer Jagdgebrauchshund
Klassifikation Gruppe 7 Vorstehhunde
Sektion 1 Kontinentale Vorstehhunde,
Typ "Braque". Mit Arbeitsprüfung

Kurzer geschichtlicher Überblick:

Die Geschichte von Deutsch-Kurzhaar beginnt mit den Hunden, die bei der Netzjagd auf Federwild, vor allem in den Mittelmeerländern, und bei der Beizjagd eingesetzt wurden. Über Frankreich, Spanien und Flandern kamen die Vorstehhunde an die deutschen Fürstenhöfe. Die wichtigste Eigenschaft dieser Hunde war ihre Vorstehleistung. Mehr noch wurde ein vorstehender Hund verlangt, nachdem die erste Doppelflinte (1750) gefertigt war. Vor dem Hunde wurde "Flugwild im Fluge" erlegt. Das war der Einstieg zum Übergang von einem reinen Vorstehhund zum vielseitigen Jagdgebrauchshund.

Als entscheidende Unterlage für den Aufbau und die Entwicklung der Zucht erscheint seit 1897 das "Zuchtbuch Deutsch-Kurzhaar". Prinz Albrecht zu Solms-Braunfels war es, der Rassekennzeichen, Beurteilungsregeln der Körperform und schließlich auch einfache Prüfungsregeln für Jagdhunde aufstellte. Heute durchläuft der Deutsch-Kurzhaar den Filter einer ausgefeilten Zucht- und Prüfungsordnung.

Im Standard wird festgelegt, wie der vielseitige Jagdgebrauchshund Deutsch-Kurzhaar beschaffen sein soll. Das befähigt ihn, alle Anforderungen im Jagdbetrieb bis ins hohe Alter zu erfüllen.

Allgemeines Erscheinungsbild
Edler, harmonischer Hund, dessen Körperbau Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit gewährleistet. Aufrechte Haltung, fließende Außenlinien, trockener Kopf, gut getragene Rute, straffes, glänzendes Fell und raumgreifende, harmonische Bewegungen unterstreichen seinen Adel.

Wichtige Proportionen
Die Rumpflänge sollte die Widerristhöhe ein wenig übertreffen.

Verhalten / Charakter (Wesen)
Fest, ausgeglichen, zuverlässig, gezügeltes Temperament, weder nervös, scheu noch aggressiv.
Kopf
Trocken, markant, weder zu leicht noch zu schwer, in Stärke und Länge der Körperform und dem Geschlecht entsprechend.
Oberkopf
Schädel
 
Genügend breiter, flach gewölbter Schädel, schwach ausgeprägter Hinterhauptstachel, Stirnfurche nicht zu tief, erkennbar ausgebildete Augenbrauenbögen.
Stop
Nur mäßig ausgebildet.

Gesichtsschädel
Nasenschwamm 
Etwas vorspringend. Nasenöffnungen genügend weit, breit und beweglich. Grundsätzlich braun, bei schwarzen Hunden oder beim Schwarzschimmel jedoch schwarz. Nur bei weißer Grundfarbe ist eine fleischfarbene oder gefleckte Nase zulässig.
Fang 
Lang, breit, tief und kräftig um dem Hund das richtige Tragen des Wildes zu erleichtern. Der Nasenrücken zeigt, von der Seite gesehen, eine leichte Wölbung in allen Obergängen von einer edel geformten Ramsnase bis zu einer geringen Erhebung über die gerade Linie, beim Rüden stärker ausgeprägt. Die ebenfalls noch zulässige ganz gerade Nasenrückenlinie ist weniger ansprechend, ein durchgebogener (konkaver) Nasenrücken ist ein schwerer Fehler.
Lefzen 
Anliegend, nicht zu stark überhängend, gut pigmentiert. Fallen von der Nase bis zum Trennungspunkt fast senkrecht ab, gehen dann in einem flachen Bogen zum mäßig ausgeprägten Lefzenwinkel.
Kiefer/Gebiss
Zähne Kräftige Kiefer mit einem perfekten, regelmäßigen und vollständigen Scherengebiss, wobei die obere Schneidezahnreihe ohne Zwischenraum über die untere greifen sollte und die Zähne in etwa senkrecht im Kiefer stehen; mit 42 gesunden Zähnen gemäß der Zahnformel.
Wangen 
Kräftig, gut bemuskelt.
Augen 
Von mittlerer Größe, weder hervortretend noch tiefliegend. Die ideale Farbe ist dunkelbraun. Die Lider gut anliegend.
Behang 
Mäßig lang, hoch und breit angesetzt, glatt und ohne Drehung dicht am Kopf herabhängend, unten stumpf abgerundet. Weder zu fleischig noch zu fein. Er soll nach vorn gelegt, ungefähr mit dem Lefzenwinkel abschneiden.
Hals 
Länge in Harmonie zum Gesamtbild, zum Rumpf hin allmählich breiter werdend. Nacken sehr muskulös und leicht gewölbt. Straff anliegende Kehlhaut.

Körper
Obere Profillinie
 
Gerade und leicht abfallend.
Widerrist 
Deutlich.
Rücken 
Fest, gut bemuskelt. Die Dornfortsätze sollen durch Muskulatur verdeckt sein.
Lenden 
Kurz, breit, muskulös, gerade oder leicht gewölbt Übergang vom Rücken zur Lende stramm und gut geschlossen.
Kruppe 
Breit und genügend lang, nicht kurz abgeschlagen und zur Rute hin nur leicht abfallend, gut bemuskelt.
Brust 
Mehr tief als breit mit gut ausgeprägter Vorbrust und möglichst weit nach hinten reichendem Brustbein. Brustbein und Ellenbogengelenk sollen in gleicher Höhe liegen. Rippen gut gewölbt, weder flach noch tonnenförmig, Hintere Rippen gut herabreichend.
Untere Profillinie und Bauch 
In einem eleganten Bogen leicht aufgezogen nach hinten verlaufend, trocken.
Rute 
Hoch angesetzt, im Ansatz kräftig, sodann sich verjünge, mittellang. Für den Jagdgebrauch etwa um die Hälfte gekürzt. In der Ruhe herabhängend, in der Bewegung waagerecht und nicht zu hoch über der Rückenlinie oder stark gekrümmt getragen. (In Ländern, in denen der Gesetzgeber ein Rutenkupierverbot erlassen hat, kann die Rute naturbelassen bleiben. Sie sollte bis zum Sprunggelenk reichen und gerade bzw. leicht säbelförmig getragen werden).

Gliedmaßen

Vorderhand
Allgemeines 
Von vorne betrachtet gerade und parallel, von der Seite betrachtet gut unter dem Körper stehende Läufe.
Schultern 
Schräg und nach hinten flach anliegendes Schulterblatt. Kräftige, trockene Muskulatur. Gute Winkelung zwischen Schulterblatt und Oberarm.
Oberarm 
Möglichst lang, gut und trocken bemuskelt.
Ellenbogen 
Am Körper anliegend, jedoch nicht angepresst, weder auswärts noch einwärts gedreht, weit nach hinten platziert. Gute Winkelung zwischen Oberarm und Unterarm.
Unterarm 
Gerade, ausreichend bemuskelt. Kräftige, nicht grobe Knochen.
Vorderfußwurzelgelenk 
Kräftig.
Vorder
mittelfuß 
Minimale Winkelung von Unterarm und Vordermittelfuß, nie steil stehend.
Vorderpfoten 
Rund bis löffelförmig, mit eng aneinanderliegenden, ausreichend gewölbten Zehen. Kräftige Zehenkrallen. Derbe, widerstandsfähige Ballen. Sie fußen parallel, im Stand und in der Bewegung weder ein- noch auswärtsgerichtet.
Hinterhand
Allgemeines 
Von hinten betrachtet gerade und parallel. Gute Winkelungen. Kräftige Knochen.
Oberschenkel 
Lang, breit und muskulös. Gute Winkelung zwischen Becken und Oberschenkel.
Knie 
Kräftig, mit guter Winkelung zwischen Ober- und Unterschenkel.
Unterschenkel 
Lang, muskulös und sehnig. Gute Winkelung zwischen Unterschenkel und Hintermittelfuß.
Sprunggelenk 
Kräftig.
Hintermittelfuß 
Senkrecht stehend, kräftig.
Hinterpfoten 
Rund bis löffelförmig, mit eng aneinanderliegenden, ausreichend gewölbten Zehen. Kräftige Zehenkrallen. Derbe, widerstandsfähige Ballen. Sie fußen parallel, im Stand und in der Bewegung weder ein noch auswärts gerichtet.
Gangwerk 
Raumgreifend, mit viel Schub und entsprechendem Vortritt, in Vorder- und Hinterhand gerade und parallel; dabei gut aufgerichtete Haltung. Passgang ist unerwünscht.
Haut 

Straff anliegend, ohne Faltenbildung.
Haarkleid
Haar
Kurz und dicht, soll sich derb und hart anfühlen. Am Kopf und am Behang soll es dünner und kürzer sein, an der Unterseite der Rute nicht auffallend länger. Es sollte den ganzen Körper bedecken.

Farbe 
a) Braun, ohne Abzeichen.
b) Braun, mit geringen weißen oder gesprenkelten Abzeichen an Brust und Läufen.
c) Dunkler Braunschimmel mit braunem Kopf, braunen Platten oder Tupfen. Die Grundfarbe eines derartig gezeichneten
Hundes ist nicht braun mit weiß oder weiß mit braun, sondern das Haar zeigt ein so inniges Gemisch von braun und weiß, dass hieraus jenes für den praktischen Jagdgebrauch so wertvolle, unauffällige Äußere entsteht. An der Innenseite der Hinterläufe sowie an der Rutenspitze ist die Färbung häufig heller. 
d) Heller Braunschimmel mit braunem Kopf, braunen Platten, Tupfen oder ohne Platten. Bei dieser Färbung sind braune Haare in geringem Maße vorhanden, es herrschen die weißen Haare vor.
e) Weiß, mit brauner Kopfzeichnung, braunen Platten oder Tupfen;
f) Schwarze Farbe in denselben Nuancen wie die braune bzw. Braunschimmelfarbe. 
g) Gelber Brand ist zugelassen.
h) Blesse, Schnippe und gesprenkelte Lefzen sind zulässig.

Größe 
Widerristhöhe 
Rüden: 62 bis 66 cm
Hündinnen: 58 bis 63 cm

Fehler 
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten ist als Fehler anzusehen, dessen Bewertung im genauen Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
- Fehler in der Aufrichtung, Fehler im Geschlechtstyp.
- Zu kurzer Fang.
- Zu starke oder zu geringe
Belefzung.
-
Fehlen von insgesamt 2 Zähnen (P1 und M3), d.h. von den insgesamt 4 P1 und 2 M3 dürfen höchstens 2 Zähne fehlen.
- Zu helles Auge. Hellgelbe Greifvogelaugen.
- Zu langer, zu kurzer, zu schwerer, zu schmal angesetzter oder gedrehter Behang.
- Lose Kehlhaut.
- Leichter Karpfenrücken.
- Zu kurze Kruppe.
- Zu tiefe Brust.
-
Rute zu hoch über der Rückenlinie oder stark gekrümmt getragen.
- Nach auswärts oder einwärts gedrehte Ellenbogen. Zeheneng oder zehenweit, bodeneng oder bodenweit.
- Steile Hinterhand.
- Leichte Fassbeinigkeit, leichte Kuhhessigkeit oder Enghessigkeit.

Schwere Fehler
- Schwerfälliger, lymphatischer grobknochiger Körperbau.
- Ausgeprägter Stop
- Fleischfarbene oder gefleckte Nase (außer bei weißer Grundfarbe).
- Spitzer Fang. Durchgebogener (konkaver) Nasenrücken,
- Zangengebiss sowie partielle Zange.
(Bei Hunden im A
lter von mehr als 4 Jahren hat eine sog. Alterszange keinen Einfluss auf die Bewertung, sofern ein Deutsch-Kurzhaar-Club bestätigt, dass auf einer vorherigen Zuchtschau ein korrektes Gebiss festgestellt wurde.)
- Deutlicher Karpfenrücken. Leichter Senkrücken.
- Erheblich fehlende Brusttiefe. Unausgeprägte Vorbrust. Zu flacher oder tonnenförmiger Brustkorb.
- Stark auswärts oder stark einwärts gedrehtes Ellenbogengelenk.
- Weiches, zu stark überstrecktes Vorderfußwurzelgelenk.
- Steilstehender Vordermittelfuß.
- Stark kuhhessig oder stark faßbeinig, sowohl im Stand wie auch in der Bewegung.
- Überbaute Hinterhand.
- Gespreizte Zehen.
- Flache Pfoten

- Schwerfälliges Gangwerk.
- Abweichungen von mehr als 2 cm von den genannten Widerristhöhen.

Ausschließende Fehler
- Grobe Abweichungen vom Geschlechtstyp.
- Fehlen von mehr als 2 von den insgesamt 4 P1 und 2 M3.
Fehlen eines Zahnes oder mehrerer Zähne (außer P1 und M3).
Nicht sichtbare Zähne gelt
en als fehlende Zähne, sofern nicht ein Deutsch-Kurzhaar-Club bestätigt, dass auf einer vorherigen Zuchtschau oder Zuchtprüfung deren Vorhandensein festgestellt wurde.
- Vor- oder Rückbiss, Kreuzbiss sowie alle Übergangsformen dazu.

- Überzählige Zähne außerhalb der Zahnreihe und mehr als 6 Schneidezähne im Ober- und Unterkiefer
- Kiefer- und Lefzenspalt.
- Stark lose Lider, Ektropium, Entropium, Distichiasis (doppelte Wimpernreihe).
- Starker Senkrücken. Verkrümmung der Wirbelsäule.
- Deformierter Brustkorb, z.B. "abgesetzte Brust".
- Wolfszehen und Wolfskrallen.
- Jede Art von Wesensschwäche

N.B.: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.

Der Körperbau des Hundes

Umrisszeichnung

1. Nase (Nasenspiegel, Nasenschwamm)      10. Rücken (Lende)
2. Nasenrücken  11. Kruppe
3. Stirnabsatz (Stop) 12. Rutenansatz
4. Oberkopf 13. Unterbauch
5. Genick 14. Unterbrust
6. Nackengegend des Halses 15. Karpalballen
7. Widerrist 16. Vorderbrust
8. Eigentlicher Rücken 17. Kehlrand des Halses                           
9. Rückendelle 18. Fang

Das Gebiss des Hundes

 

Schematische Seitenansicht des Hundegebisses (linke Schädelseite)

Anmerkung:
Der Einfachkeit halber wurde bewusst die in deutschen  kynologischen Kreisen übliche Nummerierung der Prämolaren 
1 bis 4, beginnend vom Fangzahn von vorn nach hinten gewählt. Die internationale Nomenklatur bezeichnet den kleinsten hinter dem Fangzahn stehenden Prämolaren mit Nr. 4, den größten vor den Molaren mit Nr. 1.
Schematische Vorderansicht des Hundegebisses mit Schneidezähnen und Fangzähnen (die unteren Fangzähne stehen vor den oberen, die Schneidezähne sind mit Zahlen bezeichnet):

Oberkiefer                  

                 Unterkiefer


Schematische Darstellung verschiedener

Typen des Hundegebisses

(von links gesehen):

a) Korrekt! Scherengebiss

b) Bedingt korrekt! Zangengebiss
(Vorsicht bei Zuchtverwendung!)

c) Fehlerhaft!  Vorbeißer

d) Fehlerhaft!  Rückbeißer